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Grenzen der Globalisierung
Das Comeback der Politik in Neuseeland
 
Mitte der 80er Jahre begann in Neuseeland eine bis dahin beispiellose Deregulierungs- und Privatisierungsaktion. Das sogenannte Neuseeland-Experiment brachte für Spekulanten satte Profite, während die Bürger bald die negativen Auswirkungen tragen mussten. Peter Ohlendorf untersucht, inwieweit die Folgen der Privatisierungen rückgängig zu machen sind.
Als Fitnessprogramm für eine bessere ökonomische Zukunft wurde der radikale Umbau deklariert: In dem vielgelobten Wohlfahrtsstaat Neuseeland wurde von 1984 an dereguliert und privatisiert wie zuvor nirgends auf der Welt. Die Politik sah ihre vornehmste Aufgabe darin, sich nicht mehr in die Wirtschaft des Landes einzumischen.
Dieses sogenannte Neuseeland-Experiment wurde von der linken Labour Party initiiert und unter konservativer Regierungsverantwortung vorangetrieben. Dazu gehörte auch der Verkauf immer weiterer staatlicher Unternehmen. Neuseeland galt als Paradebeispiel für gelungene neoliberale Reformen.
Profiteure dieser neuen Politik waren vor allem Finanzspekulanten, Aktienhändler und Fondsmanager. Menschen wie Vic Peters gehörten dagegen zu den Verlierern: Nach 30 Jahren als Facharbeiter bei Mercury Energy, dem Energieversorger der Wirtschaftsmetropole Auckland, verlor er seinen Arbeitsplatz. Das Unternehmen wollte sich fit machen für die Börse, entließ Mitarbeiter und vernachlässigte die Wartung seiner Infrastruktur. Die Konsequenz war ein sechswöchiger Stromausfall in Auckland Anfang 1998 - ein Desaster für die Millionenstadt.
Ein weiteres Beispiel für das Versagen des freien Marktes zeichnete sich im Laufe der Jahre bei der privatisierten Eisenbahn ab. Weil Service und Angebot zunehmend schlechter wurden, musste sich der Staat wieder einmischen - und das galt für immer mehr Bereiche der Wirtschaft. Als die Labour Party 1999 wieder an die Macht kam, war der Handlungsbedarf für die Politik groß.
Ein knappes Jahrzehnt nach seinem ersten Film über das Neuseeland-Experiment besuchte Peter Ohlendorf den pazifischen Inselstaat ein zweites Mal, um der Frage nachzugehen, inwieweit die Folgen von ungehemmter Privatisierung und Deregulierung rückgängig gemacht werden konnten.
 
Sendebeschreibung von arte
 
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